Shativank-Kloster

Shativank-Kloster

Shativank (auch Shatin-Kloster, Shatik-Einsiedelei) liegt in der Provinz Vayots Dzor, etwa 4 km östlich des Dorfes Shatin, am Ufer des Flusses Yeghegis.

Eine der wichtigsten Quellen zur Frühgeschichte von Shativank ist Stepanos Orbelians „Geschichte von Syunik“. Seinem Bericht zufolge wurde das Kloster im 10. Jahrhundert unter König Abas I. Bagratuni gegründet.

Die Gebäude des Klosters Shatin haben durch spätere Umbauten ihr ursprüngliches Aussehen verloren. Heute bildet die Surb-Sion-Kirche, die im 17. Jahrhundert an der Stelle des alten Klosters errichtet wurde, den Hauptbestandteil des Komplexes. Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika mit vier Innenpfeilern. An der Ostseite befindet sich eine halbrunde Apsis, die von rechteckigen Seitenräumen flankiert wird. Die Kirche verfügt über drei Eingänge – von Westen, Süden und Norden. In den Wänden befinden sich acht Fenster, für deren Bau gut behauene Steine und Khachkars aus dem alten Gebäude wiederverwendet wurden.

Angrenzend an die Südmauer des Klosters sind die halbverfallenen Überreste der klösterlichen Nebengebäude erhalten geblieben. Der Bau der Surb-Sion-Kirche steht im Zusammenhang mit der Schirmherrschaft des Julfa-Kaufmanns Mahtesi Hakob (Hakob Julayetsi). Über dem westlichen Eingang der Kirche ist ein Khachkar mit seinem Namen erhalten geblieben, der auf das Jahr 1661 datiert wird. Er trat später als Mönch in das Kloster ein und unterstützte den Ausbau der Anlage mit eigenen Mitteln.

Im 17. Jahrhundert war Shativank ein bedeutendes geistliches und bildungspolitisches Zentrum. Das Kloster verfügte über eine Schule, ein Skriptorium und eine Bruderschaft – insgesamt 90 Mönche. Innerhalb der Mauern wurden etwa 35 zweistöckige Wohngebäude errichtet, deren obere Stockwerke als Wohnräume und Gästezimmer dienten, während die unteren Stockwerke als Speisesäle, Küchen, Lagerräume und dergleichen genutzt wurden. Im Klosterhof befinden sich große Wasserzisternen und Getreidegruben.

Im Apsisbereich der Surb-Nshan-Kirche von Shativank befanden sich einst Darstellungen mit Motiven aus dem Evangelium. Bei kürzlich durchgeführten Reinigungs- und Konsolidierungsarbeiten wurden erhaltene Teile von Wandmalereien freigelegt, darunter eine Szene des Letzten Abendmahls.

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