Bgheno-Noravank liegt in der Provinz Syunik, etwa 3–4 km östlich des heutigen Dorfes Bardzravan, auf einer hochgelegenen Landzunge am rechten Ufer des Vorotan, umgeben von bewaldeten Schluchten. Die Ruinen des Klosters wurden 1946 im Rahmen einer vom Komitee für Denkmalschutz organisierten wissenschaftlichen Expedition entdeckt.
Bgheno Noravank wurde 936 auf Initiative des Priesters Stepanos aus dem Geschlecht der Sisakaner mit Unterstützung von Fürst Hrahat erbaut. Zu den 936 errichteten Bauwerken gehörten nicht nur das Kirchengebäude, sondern auch ein Gavit, eine Halle und ein Leprakrankenhaus (Borotanots). Später, im Jahr 1062, wurden im Komplex neue und umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt.
Das Denkmal ist nicht groß – seine Außenlänge und -breite betragen 9 Meter, seine Höhe 6 Meter. Bei Ausgrabungen wurden auch die Fundamente der an die Kirche angrenzenden Gebäude freigelegt. Besonders bemerkenswert ist der Haupteingang der Kirche. Sein Portal ist reich mit Schnitzereien verziert. An den Einfassungen des Eingangs sind sich windende, geflochtene und pflanzenmotivische Ornamente zu sehen.
Unter den architektonischen Details des Klosters nehmen die geschnitzten Teile des Gavit einen besonderen Platz ein. Dort finden sich weinrebenartige Ornamente, Blätter, gewundene Stiele und andere dekorative Formen.
Bgheno-Noravank ist für die Geschichte der armenischen Handschriftenkunst von besonderer Bedeutung. Im Jahr 989 wurde hier die berühmte Handschrift, bekannt als das „Etschmiadzin-Evangelium“, kopiert und illuminiert. Im Kolophon des Manuskripts wird Bgheno Noravank als Entstehungsort genannt; sein Schreiber war Hovhannes. Das Manuskript wurde später nach Etschmiadsin gebracht und wird heute im Matenadaran aufbewahrt.