Ptghnavank befindet sich im Dorf Ptghni in der Provinz Kotayk. Es zählt zu den bedeutendsten Denkmälern der frühmittelalterlichen armenischen Architektur und gehört zum Typ der Kuppelhallen. Es wird der Zeit zwischen der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts und dem Beginn des 7. Jahrhunderts zugeschrieben.
Ptghnavank hat im Grundriss die Form eines langgestreckten Rechtecks mit einer einzigen geräumigen, durchgehenden Halle. Die Kuppel erhob sich in der Mitte der Halle und ruhte auf massiven Pfeilern, die fast die gesamte Breite des Tempels überspannten.
Ebenfalls von Interesse sind die kleinen Gewölberäume oder Verstecke im zweiten Stock der Seitenkammern (avandatun). Sie sind aus gut behauenem, regelmäßigem Stein erbaut, weisen eine beträchtliche Höhe auf und sind in ihrer Bauweise mit ähnlichen Abschnitten der großen Kathedrale von Talin vergleichbar.
Grundlage des Grundrisses des Tempels ist die langgestreckte Gebetshalle. Vier massive Pfeiler mit hohen Bögen begrenzen den zentralen Platz, auf dem sich die Kuppel erhob. Auf der Ostseite befindet sich die (von außen) polygonale Apsis, die auf beiden Seiten von quadratischen Seitenkammern flankiert wird. Die Kuppel und die Hauptgewölbe sind nicht erhalten geblieben, doch der größte Teil der Nordwand, einzelne Abschnitte der Südwand sowie einer der Kuppel stützenden Bögen stehen noch.
Der besondere Wert des Ptghni-Tempels liegt in seinen Reliefskulpturen. Neben den an der Südfassade erhaltenen Inschriften und Schnitzereien lassen sich die Namen „Manuel Amatunyats Ter“ und „Sahak“ entziffern. Aufgrund dieser Reliefs und Inschriften brachte Garegin Hovsepyan den Tempel mit dem Fürstenhaus der Amatuni in Verbindung und datierte ihn auf das 6. Jahrhundert.
Auf dem Zierbogen des südlichen Eingangs ist ein berittener Jäger dargestellt, der einen Pfeil auf einen Löwen abschießt. Auf den Fensterstützen der Nordfassade sind verschiedene Vögel – Ente, Gans, Taube, Adler und Fasan – sowie an anderer Stelle ein unter einer Palme sitzender Löwe eingemeißelt. Diese Reliefschnitzereien zählen zu den charakteristischen Beispielen der frühmittelalterlichen armenischen Bildhauerkunst.
Im Jahr 1940 wurden Restaurierungsarbeiten an dem Denkmal durchgeführt, doch heute befindet es sich weiterhin in einem halbverfallenen Zustand.