Das Kloster Tanahat liegt in der Provinz Wajots Dzor, etwa 7 km südöstlich des Dorfes Vernashen, am linken Ufer des Flusses Tanahat, einem der Nebenflüsse des Yeghegis. In mittelalterlichen Quellen wird das Kloster unter verschiedenen Namen erwähnt – Tanahat, Tanat, Gladzor und Gharavank.
Eine wichtige Quelle zur Geschichte des Klosters Tanahat ist Stepanos Orbelians „Geschichte von Syunik“. Er erwähnt das Tanahat-Kloster als bedeutendes klösterliches Zentrum und bringt es mit Ereignissen aus dem 8. Jahrhundert in Verbindung, die mit dem Martyrium von Stepanos Syunetsi und dessen Grab zusammenhängen. Die moderne Forschung weist jedoch darauf hin, dass sich Orbelians historische Angaben auf zwei verschiedene Orte beziehen, die beide „Tanahat“ heißen, und deren Identifizierung seit langem Gegenstand von Debatten ist.
Der Komplex besteht aus zwei Hauptkirchen – der Hauptkirche „Surb Stepanos Nakhavka“ (Ersmärtyrer) und der kleineren Kirche „Surb Astvatsatsin“ – sowie den Überresten eines Gavit (Narthex), eines Friedhofs und weiterer Bauwerke. Die erhaltenen Hauptbauten stammen aus dem 13. Jahrhundert.
In den Jahren 1273–1279 wurde auf Initiative des Fürstenhauses Proshyan die Hauptkathedrale – die Surb-Stepanos-Kirche – auf den Fundamenten einer früheren, gleichnamigen Kapelle an dieser Stelle wieder aufgebaut; sie besteht aus lokalem dunklem Basalt.