Kirche der Heiligen Mutter Gottes, Yeghvard

Kirche der Heiligen Mutter Gottes, Yeghvard

Die Surb-Astvatsatsin-Kirche (Heilige Mutter Gottes) von Yeghvard befindet sich in der Stadt Yeghvard in der Provinz Kotayk. Das Bauwerk wird auf das frühe 14. Jahrhundert datiert, genauer gesagt auf den Zeitraum zwischen 1301 und 1328. Sie wurde unter der Schirmherrschaft von Fürst Azizbek und seiner Frau Vakhakh erbaut; ihr Architekt war Shahik.

Das Bauwerk ist keine gewöhnliche Kirche – es gilt als Kapelle, Mausoleum und Glockenturm zugleich. Das Untergeschoss war als Grabstätte vorgesehen, das Obergeschoss für kultische bzw. liturgische Zwecke. Diese Art von zweistöckigem, turmartigem Bauwerk verbreitete sich in Armenien ab dem Ende des 13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts.

Das Bauwerk wird von einer offenen Rotunde gekrönt, die aus zwölf Säulen und einer kegelförmigen Turmspitze besteht. Die Steinstufen, die zum zweiten Stock führten, sind nicht erhalten geblieben; Forscher gehen davon aus, dass der Zugang wahrscheinlich über eine bewegliche Holzleiter erfolgte.

Die Surb Astvatsatsin in Yeghvard zeichnet sich insbesondere durch die skulpturale Verzierung ihrer Fassaden aus. An der Westfassade sind die Gottesmutter mit dem Kind und der Prophet Jesaja zu beiden Seiten eines großen Kreuzes dargestellt. Andere Fassaden zeigen Tierdarstellungen – einen Adler, der ein Lebewesen in seinen Krallen hält, eine Bergziege und eine Szene, in der ein Raubtier angreift.

Derselbe Architekt, Shahik, errichtete 1314 das Mausoleum von Khachen-Dorbatlu, und bestimmte Tierdarstellungen in der Verzierung der beiden Bauwerke wiederholen sich in fast identischer Form.

Auch auf dem Tambour der Kirche sind glasierte Kacheln erhalten geblieben, die in Armenien selten sind.

Die Kirche wurde 1745 renoviert, wie eine erhaltene Inschrift belegt. Im 20. Jahrhundert wurde im Zuge archäologischer Arbeiten ein an das Bauwerk angrenzender hölzerner Narthex entfernt, und bei Ausgrabungen im Jahr 2007 wurden nordwestlich der Kirche die Überreste zweier kleiner Kapellen freigelegt, die auf das 5. bis 6. sowie das 7. Jahrhundert datiert werden.

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