Mokhrablur ist ein vielschichtiger Siedlungshügel aus der frühen Bronzezeit in der Ararat-Ebene, etwa 4 km südlich von Etschmiadsin, am linken Ufer des alten Flussbetts des Kasagh. Die Fundstätte erstreckt sich über etwa 3,5 Hektar, und die maximale Mächtigkeit der Kulturschicht erreicht rund 10 m. Hier wurden Überreste von 12 übereinanderliegenden Besiedlungshorizonten freigelegt. In der unteren Hauptschicht der Fundstätte, die mehr als 8 m mächtig ist, konnten neun aufeinanderfolgende Besiedlungen unterschieden werden. Die älteste davon datiert in die zweite Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr., während die obere Phase der Siedlung aus der frühen Bronzezeit bis in die Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. reicht.
Die älteste Siedlung bestand aus kleinen, rundgrundrissigen Behausungen aus Lehmziegeln. In der ersten Hälfte des 3. Jahrtausends v. Chr. wurde sie durch große, dickwandige Bauwerke ergänzt und nach außen hin ummauert. Auf dem zentralen Platz wurde ein Tempel errichtet, in dessen Mitte sich ein 4,5 m hoher Turm befand, der von einem Opferaltar gekrönt war. Dieser Tempel ist das älteste bekannte Denkmal monumentaler Architektur, das bisher auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR gefunden wurde.
In den Schichten XI–IX von Mokhrablur wurde frühe Kura-Araxes-Keramik mit punktiertem und reliefartigem Ornament gefunden, während in den Schichten VIII–III bereits Keramik weit verbreitet war, die den Materialien von Shresh-blur ähnelte.
Die an der Fundstätte entdeckten Gegenstände vermitteln zudem einen Einblick in das rituelle Leben der Bewohner. Die Sammlung des Historischen Museums von Armenien aus der frühen Bronzezeit umfasst aus Mokhrablur rituelle Feuerstellen, Ständer/Sockel, Tongefäße sowie anthropomorphe und zoomorphische Tonfiguren.
In Mokhrablur wurden zudem Staudämme gefunden. Diese dienten dazu, Wasser zu stauen und dessen Fluss zu regulieren, und ermöglichten zudem die Anreicherung des Ackerlandes mit Schwemmboden. Die Bewohner überbrückten das Flussbett des Kasagh mit einem langen Damm und schufen so ein komplexes hydrotechnisches Bauwerk. Die Entwicklung des Handwerks war eng mit der Bronzeverarbeitung verbunden.
Stratigraphischen Daten zufolge wurde die Besiedlung hier in der frühen Eisenzeit wieder aufgenommen, dann unterbrochen und in der hellenistischen Zeit erneut fortgesetzt.