Lori-Festung

Lori-Festung

Die Festung Lori liegt in der Region Lori auf einem Plateau, das sich zwischen den Schluchten der Flüsse Dzoraget und Miskhana erhebt. Sie befindet sich auf einer Höhe von 1.490 Metern über dem Meeresspiegel. Die tiefen Schluchten erschwerten den Zugang zur Festung, während der leichter zugängliche nordwestliche Teil durch eine mächtige Mauer geschützt war.


Die Festungsstadt wurde zwischen 1005 und 1020 vom kyurikischen König David Anhoghin gegründet. Die Gesamtfläche der Stadt betrug etwa 35 Hektar, während die Zitadelle 8,5 Hektar einnahm. Die nordwestliche Mauer war 214 Meter lang. Entlang ihrer Länge wurden runde und rechteckige Türme errichtet, und der einzige Zugang zur Festung öffnete sich an der nordwestlichen Ecke der Mauer.


Lori war nicht nur eine Verteidigungsanlage. Während der Herrschaft der Kyurikianer und später der Zakaryaner wurden hier Paläste, Kirchen, Badehäuser, Brücken und Khachkars errichtet. Ein unterirdischer Gang, der von der Zitadelle hinunter zum Fluss Miskhana führte, mündete in ein turmartiges Bauwerk. Während einer Belagerung ermöglichte dieser Gang die Wasserversorgung und den Kontakt zu Menschen außerhalb der Festungsmauern.


Ausgrabungen haben gezeigt, dass Lori auch über ein ausgeprägtes städtisches Leben verfügte. In der Zitadelle wurden zwei Badehäuser freigelegt. Unter deren Fußböden befand sich ein als Hypokaustum bekanntes Heizsystem. Heiße Luft aus dem Ofen strömte zwischen kleinen Steinsäulen hindurch und erwärmte die Hallen. Die Wasserversorgung der Becken erfolgte über Tonrohre.

Neben der Festung befindet sich ein etwa 100 Hektar großes Bestattungsfeld. In diesem Gebiet wurden rund 117 Gräber freigelegt. Hier wurden Gemeindevorsteher, Soldaten, Geistliche und andere Einwohner beigesetzt. In den Gräbern wurden Waffen, Schmuck, Keramik und Bronzegegenstände mit Tierdarstellungen gefunden.


Während der Ausgrabungen im Jahr 2022 wurden ein 60 Meter langer Abschnitt der Innenseite der Mauer, zwei Badehäuser, die Kirche sowie eine Kapellengrabstätte untersucht. Zu den Funden gehörten verzierte Keilsteine, mit Vogel- und Pflanzenmotiven verzierte Schalen, Münzen, Tonausgüsse, Spielsteine, Pfeilspitzen, Fragmente von Glasgefäßen, eine kleine Elefantenfigur aus Ton sowie eine Metallikone.

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