Der Arpi-See liegt an der Grenze zwischen der Türkei und Georgien, in einer der kältesten Regionen Armeniens, dem Ashotsk-Plateau. Die niedrigste Temperatur in der Armenischen SSR, -46°, wurde in der nahegelegenen Ortschaft Paghakn gemessen.Der Fluss Arpi entspringt dem Arpi-See, der nach seiner künstlichen Vergrößerung zum zweitgrößten Stausee Armeniens nach dem Sevan-See geworden ist.
Bis 1950 war der Arpi-See ein natürlicher See, doch während der Sowjetzeit wurde er zu einem Stausee umgewandelt und zu Zwecken der Wasserspeicherung und Bewässerung künstlich vergrößert. Im Winter friert die oberste Schicht des Sees vollständig zu.
Im Jahr 2009 wurde der Nationalpark „Arpi-See“ gegründet, um die natürliche Umwelt des Gebiets zu schützen. Hier wurden mehr als 140 Vogelarten nachgewiesen, und das Gebiet gilt als einer der interessantesten Orte in Armenien für die Vogelbeobachtung. Angrenzend an den Arpi-See befindet sich die weltweit größte Kolonie armenischer Geier, und für den Aschgeier ist dies der einzige Brutplatz in Armenien. Der Nationalpark beherbergt außerdem den Schwarzstorch, den Kranich und andere seltene und gefährdete Vogelarten.
Auch die Flora des Nationalparks ist reichhaltig: Hier wachsen über 670 Pflanzenarten, von denen einige endemisch sind und im Roten Datenbuch aufgeführt sind. Die Gegend um den Arpi-See ist nicht nur für die Vogelbeobachtung interessant, sondern auch zum Wandern, Fotografieren und um die friedliche Atmosphäre der Natur zu genießen. Der hochgelegene See, die weiten Landschaften und die artenreiche Tierwelt machen Arpi zu einem der vielfältigsten Reiseziele in Schirak.