Die Zagha-Wallfahrtsstätte befindet sich im Dorf Sarnaghbyur in der Region Shirak; ihr offizieller Name lautet Agndzadzur. Das Wort „Zagha“ bedeutet Höhle oder Grotte. Die Wallfahrtsstätte ist bekannt für ihre Höhle, durch die eine Quelle mit kaltem Wasser fließt, dem heilende Kräfte zugeschrieben werden. Menschen aus verschiedenen Orten kommen hierher, um das Wasser zu trinken und etwas davon mitzunehmen.
Eine der berühmtesten Legenden, die mit Zagha in Verbindung stehen, bezieht sich auf den Heiligen Gregor den Erleuchter. Der Legende nach lebte der erste Katholikos von Armenien in genau dieser Höhle als Asket. Es heißt auch, dass seine Reliquie – die Hand – in Zagha aufbewahrt wird, was der heiligen Stätte ihre besondere Bedeutung verleiht.
Im Inneren der Höhle sind alte Inschriften und in den Fels gemeißelte Kreuze erhalten geblieben. Forschern zufolge könnte die Höhle, bevor sie zu einem christlichen Heiligtum wurde, mit der Verehrung des Wassers in Verbindung gestanden haben. Auch heute noch ist Zagha ein Wallfahrtsort, an den Menschen kommen, um zu beten und vom kalten Wasser zu profitieren.
Die Geschichten, die über die Höhle erzählt werden, beziehen sich nicht nur auf ihre Heiligkeit. Der mündlichen Überlieferung zufolge fiel einst ein großer Felsbrocken von der Decke der Höhle auf eine schwangere Frau, doch sie blieb unverletzt. Eine weitere Besonderheit von Zaghan ist ein einzigartiger Baum, der im Inneren der Höhle wächst und trotz des begrenzten Zugangs zu Sonnenlicht und Wasser jedes Jahr eine reichhaltige Ernte trägt.