Klosterkomplex Khoranashat

Klosterkomplex Khoranashat

Der Klosterkomplex von Khoranashat befindet sich in der Provinz Tavusch, in der Nähe des Dorfes Chinari. Das Kloster wurde im 13. Jahrhundert von Vanakan Vardapet (1181–1251), einem Schüler von Mkhitar Gosh, gegründet. Einer Hypothese zufolge erhielt die Kirche ihren Namen aufgrund der zahlreichen Nischen in ihrem Altarraum. Ähnliche architektonische Merkmale finden sich jedoch auch in Marmashen und Makaravank, deren Namen in keinem Zusammenhang mit diesem Merkmal stehen. Dem Historiker Kirakos Gandzaketsi zufolge wurde die Kirche nach den vielen Kirchen benannt, die einst in der Gegend existierten.

Der Klosterkomplex von Khoranashat besteht aus den Kirchen der Heiligen Mutter Gottes, des Heiligen Kiraki und des Heiligen Einsiedlers, einem Gavit sowie mehreren weiteren angrenzenden Gebäuden, von denen nur noch Ruinen erhalten sind.

Die Hauptkirche der Heiligen Mutter Gottes ist ein äußerlich rechteckiger Bau mit den Maßen von etwa 12,7 × 11 Metern. Im Inneren handelt es sich um einen kreuzförmigen Kuppelsaal mit zweistöckigen Sakristeien zu beiden Seiten des Altarraums. Es ist keine Inschrift erhalten geblieben, die das genaue Gründungsjahr der Kirche belegt. An ihren Wänden sind jedoch Inschriften aus den Jahren 1211 bis 1220 erhalten. Die in der Kirche verwendeten Steine weisen eine Vielzahl natürlicher Farbtöne auf.

Besonders bemerkenswert ist die Ostfassade der Kirche. In ihrem mittleren Abschnitt befinden sich vier Paare von Hakenkreuzmotiven, die jeweils aus vier T-förmigen Steinen bestehen. Architektonisch war diese Anordnung der Hakenkreuzmotive ein innovatives Merkmal und findet sich auch im Shkhmurad-Kloster wieder.

Ein großer Gavit schließt sich von Westen her an die Hauptkirche an. Mit dessen Bau war bereits im Jahr 1222 begonnen worden. Dies wird durch eine Inschrift in der südöstlichen Kammer belegt, in der ein Mönch namens Saighomon angibt, dass er die Mittel für den Bau dieser Kammer bereitgestellt habe. Der Gavit ist ein zentral angelegter, vier Säulen tragender Bau mit Abmessungen von etwa 16,8 × 16 Metern und umfasst zwei zweistöckige Räume. Besonders bemerkenswert ist seine Dachkonstruktion. Er gehört zu der Gruppe mittelalterlicher Gavits, die mit sich kreuzenden Bögen gestaltet sind.

Die Kirche des Heiligen Kiraki steht etwa 4 Meter von der Kirche der Heiligen Mutter Gottes entfernt. Es sind keine Informationen über das Datum oder die Umstände ihres Baus überliefert.

Die Bedeutung von Khoranashat geht über seine Architektur hinaus. Ab den 1210er Jahren war hier auch eine klösterliche Hochschule tätig. Die Schule war besonders wichtig für das Studium und die Bewahrung der Geschichte. Bereits im Jahr 1223 kopierte Stepanos Aghtamartsi hier eine Handschriftsammlung.

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