Gleich hinter der Stadt Vedi, in der Nähe des Dorfes Dashtakar, liegt der Angels Canyon, ein surrealer Bruch in der trockenen Landschaft der Provinz Ararat. Wenn Chosrow Armeniens "lebendes Labor" für Grün ist, so ist der Angels Canyon seine Galerie aus Stein.
Der Canyon ist eine enge, gewundene Schlucht, die von bis zu 15 Meter hohen Wänden aus gelbem Sandstein und rotem Kalkstein geprägt ist. Diese geologischen Schichten entstanden vor etwa 60 Millionen Jahren durch die Verwitterung der alten ozeanischen Kruste. Im Laufe der Äonen grub sich der heute verschwundene Kotuts-Fluss tief in das Sedimentgestein ein und hinterließ ein Labyrinth aus "Wellen" und skulpturalen Formationen, die von den Einheimischen mit den filigranen Schnitzereien an mittelalterlichen armenischen Kirchen verglichen werden - daher auch der himmlische Name.
Der Weg zum Canyon ist ebenso symbolträchtig wie sein Ziel. Besucher kommen am "Steinernen Buch" vorbei, einer massiven, durch Erosion gespaltenen Felswand, die einem aufgeschlagenen Buch ähnelt, und am "Arch of Angels", einem natürlichen Tor aus goldenem Sandstein. Das Gelände ist marsähnlich und fast vegetationslos, was eine stille, mystische Atmosphäre schafft, in der nur die armenische Schildkröte und der Steppenadler leben. Es ist ein Ort, an dem die Sonne mit den Schatten spielt, um den Stein in flüssiges Gold zu verwandeln, und der nur eine Stunde vom geschäftigen Treiben in Eriwan entfernt einen ruhigen, jenseitigen Ort bietet.